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Was sind dAGE im Hundefutter – und warum entscheidet die Gartemperatur über die Gesundheit deines Hundes?

Kurz erklärt: Was sind dAGE im Hundefutter?

dAGE (englisch dietary Advanced Glycation End Products, deutsch: über die Nahrung aufgenommene Glykierungsendprodukte) sind chemische Verbindungen, die entstehen, wenn Eiweiße und Zucker in Lebensmitteln stark erhitzt werden. Dieser Prozess heißt Maillard-Reaktion. In hoch verarbeitetem Hundefutter wie Trockenfutter (Extrusion) oder Dosenfutter (Retorte) bilden sich besonders viele dAGE. Sie werden mit Entzündungen und oxidativem Stress in Verbindung gebracht.

Eine Zahl, die jeder Hundehalter kennen sollte: 120-mal

Stell dir vor, dein Hund nähme bei jeder Mahlzeit deutlich mehr von einem Stoff auf als du – jeden Tag, ein Hundeleben lang.

Genau das passiert mit dAGE. Eine Untersuchung von 60 bis 70 Hunde- und Katzenfuttern kam zu dem Ergebnis, dass Hunde über handelsübliches, hitzeverarbeitetes Futter im Schnitt rund 120-mal so viele dAGE aufnehmen wie ein erwachsener Mensch über eine typische westliche Ernährung – bezogen auf das Körpergewicht. Bei Katzen liegt der Faktor bei etwa 40 (van Rooijen et al., 2014).

Lange galt: dAGE aus dem Futter werden kaum aufgenommen, also sind sie egal. Diese Annahme gilt heute als überholt. Neuere Studien zeigen, dass ein Teil der dAGE sehr wohl in den Körper gelangt und dort Entzündungsprozesse und oxidativen Stress fördern kann (Bridglalsingh et al., 2024).

Wie dAGE entstehen: die Maillard-Reaktion einfach erklärt

Die Maillard-Reaktion ist dieselbe Chemie, die deinem gebratenen Steak die braune Kruste und das Röstaroma gibt. Eiweiß-Bausteine und Zucker reagieren unter Hitze miteinander – es entstehen neue Verbindungen, die für Farbe, Geschmack und Duft sorgen.

Das Problem: Ein Teil dieser neuen Verbindungen sind eben jene dAGE. Und entscheidend ist die Temperatur:

  • Die Maillard-Reaktion läuft oberhalb von etwa 90 °C an und beschleunigt sich, je heißer es wird.
  • Trockenfutter (Extrusion): typischerweise 120–150 °C
  • Nassfutter (Retorte/Dose): typischerweise 120–130 °C

Je höher und länger die Hitze, desto mehr dAGE. Deshalb ist nicht der Preis und nicht einmal allein die Zutatenliste entscheidend, sondern wie ein Futter gegart wird.

Was dAGE im Hundekörper auslösen können

dAGE sind in der Human- und Veterinärforschung als Mitspieler bei mehreren Gesundheitsthemen im Gespräch. Wichtig: Vieles davon ist Forschungsstand, kein Freibrief für Panik. Was die Studienlage nahelegt:

  • Stille Entzündungen: dAGE können Entzündungssignalwege aktivieren – diskutiert u. a. im Zusammenhang mit Gelenkbeschwerden.
  • Oxidativer Stress: dAGE gelten als Pro-Oxidantien, die das Gleichgewicht aus freien Radikalen und Schutzstoffen belasten können (UGA, vergleichende Studie zu Garverfahren).
  • Verlust an verfügbarem Lysin: Bei der Maillard-Reaktion wird die wichtige Aminosäure Lysin „blockiert”. Die Folge: Das Eiweiß im Futter ist zwar auf dem Papier vorhanden, aber für den Hund schlechter verwertbar – die Proteinbioverfügbarkeit sinkt (van Rooijen et al., 2014).

Ein langfristiger Fütterungsversuch an Seniorhunden zeigte zudem: Hunde, die frisch und schonend zubereitetes Futter bekamen, hatten im Blut messbar weniger Glykierungsendprodukte als Hunde, die extrudiertes Trockenfutter fraßen – und einen günstigeren Stoffwechsel (Serum-Metabolomik-Studie, 2025).

Garverfahren im Vergleich: Wo entstehen die meisten dAGE?

Fütterungsart Verfahren Typische Temperatur Relative dAGE-/Maillard-Last Lysin-/Protein­verfügbarkeit
BARF / roh keine Erhitzung sehr niedrig hoch (aber: Hygiene-/Bilanzierungs­themen)
Frisch & schonend gegart Niedertemperatur-Dampfgaren ~90 °C niedrig hoch
Nassfutter (Dose) Retorte 120–130 °C hoch reduziert
Trockenfutter Extrusion 120–150 °C hoch reduziert

Die Kernaussage: Je weiter du dich von extremer Hitze entfernst, desto weniger dAGE landen im Napf – und desto besser bleibt das Eiweiß für deinen Hund nutzbar. Rohfütterung (BARF) vermeidet die Maillard-Reaktion komplett, bringt aber eigene Herausforderungen (Hygiene, ausgewogene Nährstoffbilanz, Aufwand). Schonendes Dampfgaren bei rund 90 °C ist der Mittelweg: gegart, sicher und lagerfähig – aber deutlich unter den 120–150 °C der Extrusion.

Worauf FAiRFRESH setzt – und warum wir die Zahlen offenlegen

FAiRFRESH gart sein Hundefutter im Niedertemperatur-Dampfverfahren bei rund 90 °C. Das ist genau die Schwelle, ab der die Maillard-Reaktion gerade erst beginnt – und liegt damit klar unter den Temperaturen klassischer Extrusion oder Retorte. Das Ziel ist nicht „null dAGE” (das wäre nur roh erreichbar), sondern: so wenig wie möglich, bei sicherer, kühlungsfreier Lagerung.

Was uns im DACH-Raum besonders macht: Wir messen und veröffentlichen die dAGE-Werte unserer Produkte. Statt zu behaupten „besonders schonend” liefern wir die Zahl, die du nachprüfen kannst. Genau das verlangt übrigens auch die kommende EU Green Claims Directive: Umwelt- und Gesundheitsversprechen müssen belegbar sein – Marketing-Floskeln ohne Beleg sind tabu.

Dazu kommt: hohe Proteinbioverfügbarkeit durch das schonende Verfahren, recycelbare Mono-Material-Pouches und – auf Wunsch – das Gemüse-Topping „Napf-Plus”.

Häufige Fragen (FAQ)

In jedem erhitzten Hundefutter entstehen dAGE – die Frage ist nur, wie viele. Je höher und länger erhitzt wird, desto mehr bilden sich. Nur rohe Fütterung (BARF) vermeidet die Maillard-Reaktion ganz, dafür mit anderen Anforderungen an Hygiene und Nährstoffbilanz.

Beide werden bei 120 °C und mehr verarbeitet und enthalten dadurch relativ viele dAGE. In Studien wies Nassfutter (Retorte) teils die höchsten dAGE-Mengen pro Kalorie auf, bei Trockenfutter zeigten sich höhere Werte in bestimmten Stoffwechselmessungen. Kurz: Beide Verfahren liegen deutlich über schonend gegartem Futter.

Sie beschreibt, dass Hunde über hitzeverarbeitetes Futter pro Kilogramm Körpergewicht im Schnitt rund 120-mal so viele dAGE aufnehmen wie ein Mensch über eine westliche Ernährung. Bei Katzen liegt der Faktor bei etwa 40 (van Rooijen et al., 2014).

Die Maillard-Reaktion läuft ab etwa 90 °C an und beschleunigt sich mit steigender Temperatur. Extrusion (Trockenfutter) arbeitet bei 120–150 °C, Retorte (Nassfutter) bei 120–130 °C – schonendes Dampfgaren bei rund 90 °C liegt am unteren Rand.

Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die dein Hund über die Nahrung aufnehmen muss. Bei starker Erhitzung wird Lysin durch die Maillard-Reaktion „blockiert” und für den Körper schlechter nutzbar. Schonendes Garen erhält mehr verfügbares Lysin – das Eiweiß bleibt hochwertiger.

Mit bloßem Auge nicht zuverlässig. Hilfreich sind das Garverfahren (steht oft nicht klar auf der Packung – frag im Zweifel beim Hersteller nach) und – falls vorhanden – veröffentlichte dAGE-Messwerte.

Nicht der Preis und nicht das schöne Etikett entscheiden über die Qualität im Napf, sondern die Verarbeitung. Hoch erhitztes Hundefutter enthält viele dAGE – und Hunde nehmen davon rund 120-mal mehr auf als wir Menschen. Wer die dAGE-Last senken will, schaut auf die Gartemperatur. Schonendes Dampfgaren bei rund 90 °C ist der Mittelweg zwischen roher Fütterung und industrieller Hochhitze – und wer wie FAiRFRESH die Werte offenlegt, macht aus einem Versprechen eine überprüfbare Tatsache.

Quellen (peer-reviewed & Fachquellen)

  • van Rooijen, C. et al. (2014): The Maillard reaction and pet food processing: effects on nutritive value and pet health. Nutrition Research Reviews. (Erstmalige Quantifizierung von AGE in kommerziellem Heimtierfutter; ~120-fache dAGE-Aufnahme bei Hunden, reduzierte Lysin-Bioverfügbarkeit.)
  • Bridglalsingh, S. et al. (2024): Association of four differently processed diets with plasma and urine advanced glycation end products … in healthy dogs. Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition.
  • University of Georgia, Research Insights: Comparison of Advanced Glycation End Products, Oxidative Status, and Inflammatory Biomarkers in Healthy Dogs … (Minimal verarbeitet vs. extrudiert vs. retortiert.)
  • Serum-Metabolomik-Studie (2025): Serum Metabolomics of Senior Dogs Fed a Fresh, Human-Grade Food or an Extruded Kibble Diet. (Geringere AGE-Werte und günstigerer Stoffwechsel bei frischer Fütterung.)

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche oder ernährungsberatende Beratung.